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Du siehst Dinge und fragst warum? Aber ich träume von Dingen, die es nie gegeben hat und sage: warum nicht
George Bernard Shaw

Lesenswert

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Michail Gorbatschow: „Was jetzt auf dem Spiel steht – Mein Aufruf für Frieden und Freiheit“

„Sicherheit kann niemals zum Nachteil anderer erreicht werden.“

Michael Gorbatschow hat über die letzten Jahrzehnte mehrere Bücher veröffentlicht, zuletzt erschien im September vergangenen ahres „Was jetzt auf dem Spiel steht – mein Aufruf für Frieden und Freiheit“. Ich habe es gelesen habe und kann, soviel kann ich vorwegnehmen, die Lektüre absolut empfehlen!
„Ich möchte reflektieren, wie wir heute handeln, wonach wir streben und was wir vermeiden sollten, wenn wir die Welt für künftige Generationen erhalten wollen“, schreibt Gorbatschow im Vorwort. „Die aktuellen Ereignisse, Entwicklungen und Pläne, von denen ich in der letzten Zeit erfahren habe, machen mir große Sorgen.“ Im ersten Teil des Buches eht er dann zunächst auf die Entwicklung der internationalen Verträge zur Abrüstung ein, sowie die gegenläufigen Tendenzen seit Mitte der neunziger  Jahre. Sehr kritisch betrachtet er das Verhalten der USA, aus den Verträgen auszusteigen. In diesem Zuge kommt er auf die Vereinten Nationen zu sprechen. Ihn besorge zutiefst, dass die UNO ihre Rolle als Hauptinstrument zur internationalen Konfliktlösung verlieren könne. Ihr Erfolg hinge in erheblichem Maße davon ab, ob die einflussreichsten Mitglieder den nötigen Willen aufbrächten.
Im zweiten Teil widmet er sich der Fragestellung, wie wir die globale Welt verstehen und Antworten auf ihre komplexen Herausforderungen finden können. Und er fordert eine kritische Bilanz des neoliberalen Wirtschaftsmodells. Er kritisiert die Steuerpolitik und stellt die Einkommen der 26 reichsten Menschen mit dem Auskommen der 3,8 Mrd. Ärmsten gegenüber. Auch der Klimakrise widmet er kritische und zugleich hoffnungsvolle Worte. An dieser Stelle geht er auf die Erd-Charta ein, an deren Entwicklung er maßgeblich mitarbeitete. Nach einer kurzen Schilderung der Entstehungsgeschichte der Charta zitiert er ihre 16 Grundprinzipien. Er nennt sie "ein wunderbares Lehrbuch für eine neue Ethik" und betont, wie stolz er sei, an ihrer Entwicklung mitgewirkt zu haben. Im anschließenden dritten Teil widmet sich Gorbatschow dem Populismus und plädiert für Offenheit und Dialog – auch mit konservativen und neoliberalen Akteuren, da „die verschiedenen ideologischen und politischen Ideen auf ihre je eigene Weise den menschlichen Geist bereichern und zum Fortschritt der Menschheit [beitragen].“
Im vierten Kapitel schaut er auf ausgewählte Bereiche der globalen Welt: die USA, Russland, den Nahen Osten, Indien und China. Er bedauert die zunehmende Spaltung Europas und wünscht sich eine Rückkehr zur "Idee eines gemeinsamen Hauses für alle Europäer". Zudem setzt er sich ausführlich mit der "Krise der Demokratie" auseinander und unterzieht die Medien einer kritischen Betrachtung. Hierbei beeindrucken insbesondere sein klarer Blick auf die Aufgaben von Zivilgesellschaft und internationalen Organisationen. Einmal mehr spürt man seine wohlwollende, würdigende Haltung den Menschen und ihrem Engagement gegenüber.
Erst zum Schluss erfährt man etwas mehr über den Menschen Gorbatschow und seine persönliche und politische Geschichte. Mich hätte es interessiert, mehr über die kulturellen Bezüge, in denen Gorbatschow heute lebt, zu lernen: Einblicke in das alltägliche Leben in Russland, die Ängste, Nöte und Bewältigungsstrategien der Menschen dort. Darauf hat mich sein Buch sehr neugierig gemacht.

Lou Meckelnburg

Siedler Verlag 2019. 185 Seiten, 18€

Gisela Matthiae: Wo der Gaube ist, ist auch Lachen

Mit Clownerie zur Glaubensfreude

Beispiel einer Clownesken Reiseapotheke

Wie steht es mit Ihrer Risikofreude? Misstände, unliebsame Begegnungen, unmögliche Verhältnisse gibt es ja vermutlich genug. Anstatt sich darüber aufzuregen, entdecken Sie doch mal das Komische daran und spießen Sie es auf Íhre humorvolle Weise auf. Sie gehen damit ein Risiko ein, aber wenn Sie Glück haben, freuen sich die anderen darüber, und möglicherweise haben Sie die Welt ein kleines bisschen verändert. Wenn es schiefgeht? Dann müssen Sie sich halt heftig entschuldigen. Mehr droht vermutlich nicht.

Kreuzverlag, Freiburg im Breisgau 2013
ISBN 978-3-451-61176-6

Bernd Winkelmann: Die Wirtschaft zur Vernunft bringen

Nach zweijähriger Arbeit das Buch von Bernd Winkelmann über die sozialethischen und spirituellen Grundlagen einer postkapitalistischen Ökonomie im Oktober 2016 erscheinen ist.

In diesem Buch hat Bernd Winkelmann aufbauend auf der Arbeit der Akademie Solidarische Ökonomie die Widersinnigkeit der kapitalistischen Wirtschaftsweise, ihre geistesgeschichtlichen Ursachen und die Konturen einer postkapitalistischen Ökonomie aufgezeigt. Vor allem aber fragt er nach den sozialethischen und spirituellen Grundlagen einer zukunftsfähigen Wirtschaftsweise und Zivilisation.
Im sozialethischen Ringen der Menschheit zeigt er das längst vorhandene Potential einer lebensdienlichen Ökonomie auf. Mit den großen Denkern der Neuzeit interpretiert er die religiöse Suche der Menschen und die Gottesfrage in Übereinstimmung mit naturwissenschaftlicher Erkenntnis und der Evolutionstheorie. Aus der Neuentdeckung von Transzendenz, Spiritualität und einer säkular verstandenen Religiosität könnten Befreiungs- und Erneuerungskräfte gewonnen werden, mit denen die ökonomischen Fehlentwicklungen unserer Zivilisation überwunden werden und die Transformation zu einer zukunftsfähigen Wirtschafts- und Lebensweise gelingen könnte.

Der Sozialethiker und Theologe Prof. Ulrich Duchrow empfiehlt das Buch mit diesem Hinweis:
„Hier haben wir ein Buch, das im Chor der heutigen Kapitalismuskritik besondere Vorzüge hat: Es erklärt, dass und wie Kapitalismus nicht nur Menschheit und Erde zugrunde richtet, sondern unsere gesamte Zivilisation: das Denken und Fühlen, das Menschen- und Weltbild beherrscht und damit zentral das Umsteuern behindert. Außerdem zeigt es auf, wie wir gemeinsam eine neue lebensförderliche Kultur aufbauen können und wie eine solidarische Ökonomie und Lebensweise konkret aussieht. Es ist klar und gut lesbar geschrieben, so dass es auch ein ideales Hilfsmittel für Menschen ist, die gemeinsam umlernen wollen.“

Das Buch ist ab dem 24. Oktober 2016 im Buchhandel zu haben oder beim Verlag zu bestellen.
Akademie für Solidarische Ökonomie (Hrsg.)
Bernd Winkelmann
Die Wirtschaft zur Vernunft bringen
Sozialethische Grundlagen einer postkapitalistischen Ökonomie
Wissenschaftsverlag Tectum, Marburg; 240 Seiten; Preis 19,95 €.
Da Bernd Winkelmann finanziell zur Erstellung des Buches beitragen musste, ist er dankbar, wenn das Buch bei ihm bestellt wird (siehe Flyer).Er schickt es mit Rechnung zu.

Vom 11. - 13. November 2016 findet auf Burg Bodenstein ein Seminar zum Thema statt.

Wie unser Gehirn uns beim Umgang mit Menschen unterstützt

Prof. Dr. med . Joachim Bauer
ist Neurobiologe, Arzt und Psychotherapeut und lehrt an der Universität Freiburg. Für seine Forschungsarbeiten erhielt er 1996 den renommierten Organon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Biologische Psychiatrie.

  • Warum ich fühle, was du fühlst. Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone.
    Unser Alltag ist voll von spontanen Resonanzphänomen: Warum ist Lachen ansteckend? Warum Gähnen wir, wenn andere gähnen: Und weshalb öffnen Erwachsene spontan den Mund, wenn sie ein Kleinkind mit dem Löffel füttern? Warum bin ich traurig, wenn andere trauern?
    Mit der Entdeckung der Spiegelneuronen wurde es möglich sie neurobiologisch zu verstehen. Joachim Bauer beschreibt die dazu vorliegenden Kenntnisse und reflektiert die sich daraus ergebenden Konsequenzen.
    Ein Buch für alle, die es leid sind ihr Bemühen um ein gutes Miteinander als Gutmenschentum abtun zu lassen - und vielleicht auch für alle, die dies tun. Aber auch ein Buch, das viel Stoff zum weiteren Nachdenken bietet.
  • Schmerzgrenze. Vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt.
    Ausgehend von den Ergebnissen der modernen Neurobiologie widerlegt Joachim Bauer die These, dass es sich bei der Aggression um einen biologischen Trieb handelt, der ausgelebt werden muss. Als Trieb lässt sich nur unser Streben nach Vertrauen, Bindung, Fairness, Reputation und Gerechtigkeit beschreiben, denn es wird vom Gehirn mit Glückshormonen belohnt. Aggression ist immer eine Antwort auf physischen oder emotionalen Schmerz, die allerdings sowohl auf andere Personen als auch zeitlich verschoben sein kann.
    Joachim Bauer schreibt: Unser Ziel muss es sein, die Logik der Aggression und die Regeln aufzudecken, nach denen sie entsteht. Ein Analyse der Logik der Gewalt wird die Gewalt so wenig aus der Welt schaffen, wie die Analyse von Sprengsätzen dazu führen wird, dass sprengfähiges Material von der Erde verschwindet. Sie kann uns aber helfen Sprengsätze zu entschärfen.
    Machen wir uns auf den Weg ...
TTIP- Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA

 

Aktuelles

initiativ 158

Redaktionsschluss: 17. Mai 2020

Frühjahrstagung 2020

"Globale Sicherheit neu denken"
in Warburg

Wegen der Corona-Pandemie muss die Tagung auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

initiativ 157

Die jüngste Ausgabe unseres Rundbrief initiativ ist im März 2020 erschienen.
Im Blickpunkt: Sicherheit neu denken

Ein neuer Name für die ÖIEW?

Vorschläge für einen neuen Namen

Nachruf auf Otto Hindenberg

Zum Tod eines ÖIEW-Freundes und -Förderers