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Ich fürchte, manche bauen die Zukunft wie einen Unfall.
Kurt Marti

Ökumenische Versammlung in Mainz im Mai 2014

Mittwoch, 30. April 2014 - 19:15 bis Sonntag, 4. Mai 2014 - 12:15

Suche nach Antworten auf Klima-, Finanz- und Rohstoffkrise

Mainz: Ursachen von Flucht, Gewalt und seelischer Verwüstung analysieren und zu neuen Zukunftsvisionen anregen, will die Oekumenische Versammlung vom 30. April bis 4. Mai in Mainz. Unter dem Motto „Die Zukunft, die wir meinen – Leben statt Zerstörung“ wird in Mainz u.a. ein weithin sichtbares Mauerbild (Mural Communitario) einer ecuadorianischen Künstlerin an einem Flüchtlingsheim entstehen. Auf der Eröffnungsveranstaltung mit namhaften Theologen wie Geiko Müller-Fahrenholz, Konrad Raiser, Ulrich Duchrow und Friedhelm Hengsbach geht es um die „Heimat Erde“. Am 1. Mai bekunden die Basis-OekumenikerInnen ihre Solidarität mit den Gewerkschaften. Die Versammlung wurde von Basisinitiativen angestoßen und ist für alle offen. Sie wird unterstützt von Kirchenleitungen, Orden, sozialen Bewegungen und Netzwerken.

Diese Verbindung wird auch erkennbar in Grußworten von Margot Kässmann, der methodistischen Bischöfin Rosemarie Wenner, dem altkatholischen Bischof Matthias Ring, bis hin zum Generalsekretär der Weltrates der Kirchen, Olav Fykse Tveit. Der brasilianische Bischof Erwin Kräutler meldet sich aus der größten römisch-katholischen Diözese in einem Interview anlässlich der OeV 2014 zu Wort.

Die Organisatoren der Versammlung sehen die Ursachen für Klimawandel, Erschöpfung der Ressourcen, militärische Gewaltkonflikte und die Verelendung in einer Wirtschaftsweise und in einem Konsumverhalten, die viele Menschen ausgrenzen. „Diese Wirtschaft tötet“, sagt auch Papst Franziskus in seinem Schreiben „Die Freude des Evangeliums“.

Die Oekumenische Versammlung sucht nach Auswegen und lässt sich anstecken vom befreienden Denken aus den biblischen Überlieferungen, wie dem "Auszug aus Ägypten". Die anstehende „Große Transformation“ der Wirtschaftsweise benötigt eine spirituelle Grundlage. Kritik gilt dem System des "gierigen Geldes" und dem Versuch, alles in Ware zu verwandeln. Hier sollen Alternativen solidarischer Ökonomie, der Schutz und Ausbau von "Commons" oder die Übertragbarkeit von Ansätzen des „Buen Vivir“, des guten Zusammenlebens, wie es indigene Kulturen kennen, diskutiert werden.

Zu den Themenkreisen Gerechtigkeit, Frieden und Schöpfungsbewahrung wurden bei den Organisatoren über 100 Workshopangebote eingereicht, darunter vom österreichischen Experten für Gemeinwohlökonomie, Christian Felber, von Blockupy-Gruppen, vom Sozialethiker Franz Segbers, dem Gewerkschafter Horst Schmitthenner, von der emeritierten Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter, oder Initiatoren der auf entschiedener Gewaltfreiheit basierenden Friedensethik-Ansätzen wie in der badischen Landeskirche, um nur einige Beispiele zu nennen. Ein Überblick findet sich im Internet unter http://www.oev2014.de/workshops/index.html.

Mit anderen Glaubensrichtungen tritt die OeV 2014 durch ein "religionsverbindendes Friedensgebet" in Austausch, an dem sich die südkoreanische Theologin MeeHyhun Chung und der orthodoxe Bischof Damian beteiligen. Weitere spirituelle Elemente sind Lieder singen mit dem Kirchentagsmusiker Fritz Baltruweit sowie ökumenischeAndachten beim „Wachen und Beten“ und beim „politischen Nachtgebet“. Dazu kommen künstlerische Aktionen. (Am Ende des Eröffnungsabends steigt die junge Künstlerin Corinna Ratzel aus dem Brunnen vor der Christuskirche in Mainz.)

Die Veranstaltung reiht sich ein in den weltweiten Pilgerweg von Christen und Kirchen für Gerechtigkeit, Frieden und Schöpfungsbewahrung, zu dem der Weltrat der Kirchen im vergangenen Jahr aufgerufen hat. Trägerin der Versammlung ist die Stiftung Oekumene, die Projekte von ökumenischen Basisgruppen unterstützt.

Kontakt:
ÖkumenischeVersammlung, Büro, Bonifatiusplatz 1, 55118 Mainz, E‐Mail: buero@oev2014.de, Internet: www.oev2014.de

Als Beitrag der Ökumenischen Initiative Eine Welt werden Michael Slaby und Paulander Hausmann am 2. Mai 2014 von 16.15 - 17.45 einen Workshop zum Thema “Makro-Ökumene - Zusammenarbeit für eine große Transformation” anbieten.
Der Workshop geht der Frage nach, wie es uns gelingen kann, eine „Makro-Ökumene“ für die Große Transformation auf den Weg zu bringen. Wie können wir Menschen aller Religionen und humanistischen Traditionen zusammenbringen, um den Wandel zu einer zukunftsfähigen, friedlichen und gerechten Weltgemeinschaft zu gestalten? Ein wichtiger Fokus liegt dabei auf der internationalen Ethik der Erd Charta, die aus einem weltweiten interkulturellen Dialog entstanden ist und von vielen Menschen im globalen Norden wie im Süden als ein ethisch spiritueller Kompass für den notwendigen Wandel angesehen wird.

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