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Du siehst Dinge und fragst warum? Aber ich träume von Dingen, die es nie gegeben hat und sage: warum nicht
George Bernard Shaw

„Von den Bienen lernen, sich um’s Ganze zu kümmern“

Eine Weisheit aus dem Zen-Buddhismus besagt, dass derjenige, der einen Fisch fangen möchte, vor allem viel Geduld braucht, um im richtigen Moment die Angel ins Wasser zu halten. Dieses Gleichnis trifft ganz gut, wie ich zu meiner neuen Tätigkeit bei Mellifera e. V. gekommen bin. Bereits Ende 2013 wurde offensichtlich, dass mir das neu gegründete und vom Soetendorp Institut in Holland koordinierte interreligiöse Bündnis für Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene keinen langfristigen Arbeitsplatz garantieren kann – trotz der großzügigen Anschubfinanzierung durch die Spenden von den Mitgliedern der ÖIEW. Diese Einsicht war natürlich sehr enttäuschend und frustrierend, vor allem weil ich so viel Zeit und Energie in das Projekt gesteckt hatte und mir die interreligiöse Arbeit zur Erd-Charta so sehr am Herzen lag. Loslassen und nach Alternativen zu suchen war lange kein Thema für mich, auch wenn es bedeutete, mich und meine Familie mit weiteren Monatsverträgen über Wasser zu halten.
Ende Dezember 2013 habe ich dann doch eine erste Bewerbung losgeschickt: Mellifera e. V., der „Verein für wesensgemäße Bienenhaltung“ mit Sitz in Rosenfeld auf der Schwäbischen Alb suchte Unterstützung für sein 25-köpfiges Team. Letztendlich hat es noch bis November 2014 gedauert, bis ich richtig einsteigen konnte, dennoch kann ich sagen, dass ich einen Volltreffer gelandet habe. Auch wenn der Fokus auf die Bienen für mich neu ist, fühle ich mich sowohl inhaltlich als auch persönlich an der richtigen Stelle: Mellifera setzt sich seit dreißig Jahren für eine ökologische Bienenhaltung ein, die am Wohl des „Bien“, dem Gesamtorganismus Bienenvolk ausgerichtet ist. Der Verein ist Träger der demeter-zertifizierten Lehr- und Versuchsimkerei Fischermühle und koordinert zahlreiche bundesweite Netzwerke und Initiativen, die junge Menschen für die Bienen begeistern, das Blütenangebot für bestäubende Insekten verbessern und die Bienen vor Gefahren der industriellen Landwirtschaft wie Gentechnik und Pestiziden schützen.
Es geht darum, die Bienen als Aufhänger und Sympathieträger für ein ökologisches Bewusstsein zu sehen: „Von den Bienen lernen, sich um’s Ganze zu kümmern“ ist das Motto von Imkermeister Thomas Radetzki, dem Gründungsvater und Geschäftsführer von Mellifera. Der Verein hat anthroposophische Wurzeln und koordiniert einen Arbeitskreis zu Bienen und Spiritualität, daher fühle ich mich auch mit meinem Thema Interreligiöser Dialog, Spiritualität und Naturschutz bei Mellifera sehr aufgehoben. Es ist einfach klasse, mein häusliches Arbeitszimmer gegen ein echtes Büro einzutauschen, und jetzt auch endlich Kollegen zu haben, mit denen ich jeden Tag zusammenarbeite. Als Assistent von Geschäftsführer Thomas Radetzki helfe ich mit, die Aurelia Stiftung für die Bienen ins Leben zu rufen, Spenden- und Fördermittel für die Arbeit für die Bienen zu generieren und für einen geschmeidigen Betriebsablauf in dem wachsenden Team von Mellifera zu sorgen. Die Erd-Charta habe ich schon vorgestellt…
Es erscheint mir fast wie ein Wunder, dass ich nach nur 6 Wochen Probezeit einen unbefristeten Vollzeitvertrag unter dem Weihnachtsbaum liegen hatte. Vor vier Wochen bin ich dann mit meiner Familie von Heidelberg nach Ofterdingen im Landkreis Tübingen gezogen. Wir freuen uns schon sehr auf die Ankunft unserer Zwillinge, die wir für Anfang Juni erwarten. Während die letzten Monate in meiner Arbeit für das Soetendorp Institut sehr zäh waren und es sich anfühlte, als würde sich an meiner Situation nie etwas ändern, überschlugen sich förmlich die Veränderungen, als erst einmal der Stein des Anstoßes gelegt war…

Mehr Informationen zu den Tätigkeiten von Mellifera e. V. und der Aurelia Stiftung sind zu finden unter www.mellifera.de und www.stiftung-aurelia.de.

 

Aktuelles

Frühlingstagung 2018

zum Thema "Gute Nachbarschaft: der Frieden ist wie ein Schneckenhaus" mit anschließender Mitgliederversammlung am Sonntag

initiativ 150

Die jüngste Ausgabe unseres Rundbriefs initiativ ist im November 2017 erschienen.
Im Blickpunkt: Momo und die Ausbeutungskultur

initiativ 151

Redaktionsschluss: 2.Februar 2018

Auf der Suche nach der Tiefe und Weite der großen Transformation

„was wir kaum in Worte fassen können und doch brauchen, wenn die große Transformation gelingen soll…“ Jahreswendtagung auf Burg Bodenstein vom 28. Dezember 2017 bis 1. Januar 2018

Kirchentag

vom 24. - 28. Mai 2017 auf dem Markt der Möglichkeiten