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Du siehst Dinge und fragst warum? Aber ich träume von Dingen, die es nie gegeben hat und sage: warum nicht
George Bernard Shaw

Interreligiöses Bündnis für Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) am 25. September 2013 in New York gegründet

„Wasser und Sanitärversorgung sollten keine fernen Träume für Kinder und Gemeinschaften sein, sondern eine Alltäglichkeit! Dieses Bündnis kann einen wichtigen Beitrag leisten, diese Träume Realität werden zu lassen.“ Mit diesen Worten eröffnete der Generalsekretär des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF die Gründungsveranstaltung des Interreligiösen Bündnisses für Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (engl. Titel: „Global Interfaith WASH Alliance – GIWA“). Die Veranstaltung fand vor 200 geladenen Gästen am 25. September im UNICEF Hauptquartier in New York City statt, direkt gegenüber dem Hauptsitz der Vereinten Nationen, wo zeitgleich die UN-Generalversammlung von Staats- und Regierungschefs eröffnet wurde. Die Regierungen der Niederlande und der Vereinigen Staaten von Amerika übernahmen die Schirmherrschaft.

Bei der ÖIEW-Jahresversammlung im April 2013 hatte Erd-Charta Kommissionär Rabbi Awraham Soetendorp seine Vision vorgestellt, dieses von der Erd-Charta inspirierte Bündnis auf den Weg zu bringen. Die Mitgliederversammlung hat darauf hin den Aufbau des interreligiösen WASH-Bündnisses zu einem eigenen ÖIEW-Projekt gemacht und einen Spendenaufruf gestartet. Die Resonanz auf diesen Spendenaufruf war überwältigend: Fast 10.000 € sind binnen kurzer Zeit zusammengekommen.  

Bestärkt durch diese Welle der Solidarität machten sich Rabbi Soetendorp und Michael Slaby daran, die Vision der Einrichtung des interreligiösen Bündnisses umzusetzen. So stellten sie zunächst ihre Ideen auf dem internationalen Treffen des ökumenischen Wassernetzwerkes des Ökumenischen Rats der Kirchen vor, das Mitte Juni in der Geschäftsstelle von Brot für die Welt in Berlin stattfand. Kurze Zeit später gab es dann eine erste Telefonkonferenz mit Mitarbeitern der UNICEF-Zentrale in New York. Den Kontakt hatte ein Mitarbeiter des holländischen Außenministeriums hergestellt. Die Koordinatoren der „WASH“- Abteilung von UNICEF fingen sofort Feuer für die Idee, die Religionen der Welt für das Menschenrecht auf Wasser und adäquate Sanitärversorgung zusammenzubringen. Es wurde eine Zusammenarbeit vereinbart und beschlossen, das Bündnis Ende September feierlich zu gründen.

Es folgten drei intensive Monate, in denen hunderte von E-Mails ausgetauscht, Programmvorschläge, Rednerlisten und Veranstaltungsabläufe erarbeitet sowie ein offizieller Partnerschaftsvertrag zwischen UNICEF und dem Soetendorp Institut als Sekretariat des interreligiösen WASH-Bündnisses ausgearbeitet wurde.

Am 25. September war es dann soweit. Die Anzahl der Gründungsmitglieder des Bündnisses war bereits auf 14 angewachsen, führende VertreterInnen dieser Organisationen kamen in New York zusammen, um sich über ein gemeinsames Handlungsprogramm zu verständigen und ihre Zusammenarbeit zu bekräftigen. Der informelle Planungsworkshop und die zweistündige Gründungsveranstaltung waren ein voller Erfolg. Rabbi Soetendorp stellte die Grundmotivation des Bündnisses vor: „Wir sind aufgerufen, die Zeit zu heiligen und die nächsten 7 Jahre der Bereitstellung von sauberem Trinkwasser und verbesserter Sanitärversorgung zu widmen. Unser Ziel ist es, dass alle Frauen, Männer und Kinder bis zum Jahr 2020 Zugang zu lebendigem Wasser haben werden. Diese Hoffnung treibt uns an.“

Dr. Karen Schneider, Ordensschwester des katholischen Ordens der Schwestern der Barmherzigkeit erzählte von ihren herzzerreißenden Erfahrungen, die sie als Ärztin in verschiedenen afrikanischen und lateinamerikanischen Ländern gemacht hat, von dem Leid der Familien, die ihre Säuglinge und Kleinkinder an Durchfallerkrankungen verloren haben.

GIWA-Mitbegründer Pujya Swami Chidanand Saraswati, einer der einflussreichsten spirituellen Leiter in Indien ergänzte: „Tausende von Kinder sterben jeden Tag durch sinnlose Krankheiten wie Durchfall, die durch unzureichende Wasser- und Sanitärversorgung und mangelhafte hygienische Verhältnisse verursacht werden. Heute sagen wir ‚Genug damit’!“

Um diesen Worte Taten folgen zu lassen, hat er ein interreligiöses Netzwerk zur Säuberung des Ganges gegründet, das unter anderem ökologische Komposttoiletten an den Ufern des Ganges aufstellt, um den heiligen Fluss Indiens zu reinigen. Mehrere weitere Projekte wurden vorgestellt, die das interreligiöse Bündnis aufgreifen und unterstützen wird: So stellte Imam Ilyasi, Oberimam von Indien seine Absicht vor, ein WASH-Trainingsprogramm für über 500.000 Imame in Indien zu entwickeln. Gidon Bromberg, Leiter von Friends of the Earth Middle East stellte die preisgekrönte Initiative vor, jüdische, christliche und muslimische Gemeinden in der Rehabilitierung des Jordans zusammenzubringen. Die internationale Vernetzungs- und Lobbyarbeit des Ökumenischen Wassernetzwerks wurde vorgestellt genauso wie die Initiative des interreligiösen Rates von Kapstadt, Südafrika, sich der horrenden sanitären Situation in den riesigen informellen Siedlungen an den Außenbezirken der Millionenstadt anzunehmen und Vertreter der Slumbewohner mit der Stadtverwaltung ins Gespräch zu bringen, um eine angemessene Wasser- und Sanitärversorgung für über 700.000 Slumbewohner sicherzustellen.

Hier können Sie ein Youtube-Video von der Gründungsveranstaltung ansehen.

Krönender Abschluss der Veranstaltung war eine interreligiöse Wasserzeremonie, bei der spirituelle Leiter verschiedener Traditionen Wasser aus 20 heiligen Flüssen der Welt gemeinsam über einen kristallenen Globus gossen als symbolische Bekräftigung ihrer Absicht, der Welt lebendiges Wasser zu bringen.

Jetzt gilt es, dauerhafte Strukturen für das interreligiöse WASH-Bündnis zu schaffen und einen Fünfjahresplan zu erarbeiten. Mehr Informationen gibt es auf der Webseite des Soetendorp Instituts  sowie bei Michael Slaby.

Allen Mitgliedern und Freunden der ÖIEW, die dieses Projekt geistig und finanziell unterstützt und ermöglicht haben, sei von Herzen gedankt.

Foto: © UNICEF/2013/Stephanie Berger

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